Canyon - Einblicke in die Welt der Tagfalter und Ziegen

Canyon - Einblicke in die Welt der Tagfalter und Ziegen

Der Sommer war trocken, sehr trocken...

...doch am Samstag den 25. August war das Wetter ausnahmsweise mal anders. Kühles Schauerwetter wurde vorhergesagt. Und genauso kam es dann auch. Dennoch versammelten sich nachmittags an der nördlichen Canyon-Plattform rund 30 Interessierte, um einen Einblick in die Welt der Tagfalter und Ziegen zu bekommen. Dafür hatte sich die Ig Teuto fachliche Verstärkung durch die beiden regionalen Expertinnen Joy Ruschkowski und Dunja Weiligmann geholt.

Zunächst gab Joy Ruschkowski einen Einblick in die Welt der Schmetterlinge. Allerdings musste sie die Erwartung der Gäste wegen der kühlen Witterung ein wenig dämpfen. "Schmetterlinge werden wir heute wahrscheinlich nicht sehen". Tagfalter sind halt Sonnenkinder. Ruschkowski hatte aber vorgesorgt und einige Portraitsaufnahmen verschiedener Falter mitgebracht, deren Lebensweise sie dann näher erläuterte. Im Jahr 2016 hatte sie im Rahmen einer Facharbeit die alten Lengericher Steinbrüche näher unter die Lupe genommen. In Zeiten -wo allerorts über Insektensterben gesprochen wird- war selbst die Wissenschaftlerin über ihre Ergebnisse positiv überrascht. Mit insgesamt 31 Arten hat sie in der relativ kurzen Untersuchungsphase ein großes Artenspektrum nachgewiesen. Vergleicht sie dies mit Literaturangaben früherer Untersuchungen der 1970er und 1990er Jahre aus der Gegend, dann sind die Ergebnisse ähnlich und es ist hier von keinem Rückgang der Artenzahl in den Steinbrüchen die Rede. Auch sehr seltene Arten, wie Großer Schillerfalter, Kleiner Sonnenröschen-Bläuling oder Kleiner Perlmutterfalter hat sie aktuell nachgewiesen. Diese sind äußerst wärmeliebend und in der Roten Liste der gefährdeten Falterarten vertreten. Hübsch anzusehen und auf die Kalkmagerrasen der Steinbrüche spezialisiert ist der Schachbrettfalter -eine typische Sommerart. Ihre Flugzeit beginnt mit dem kalendarischen Sommerbeginn. Besonders groß und auffällig sind der Kaisermantel und der Schwalbenschwanz.

Auf der Wanderung durch das weiträumige Gelände aus Magerrasen, trockenen Gebüsch und Vorwald wird die Exkursionsgruppe stetig von einer Gruppe Ziegen begleitet. Dunja Weiligmann kennt ihre Schützlinge mit Namen. Seit 2014 beweiden ihre Ziegen die nördlichen Hangflächen am Canyon. Anders als die Schafe werden die Ziegen mit den teilweise sehr steilen Hängen problemlos fertig. Auch ist das Spektrum der Fraßpflanzen ein völlig anderes. Ziegen verbeißen mit Vorliebe Gehölze. Aus diesen Gründen entschieden sich die Verantwortlichen damals für eine Ziegenbeweidung. Der Erfolg kann sich sehen lassen. Das Ziel, den nur noch reliktartig vorhandenen Kalkmagerrasen wieder mehr Platz zu bieten, scheint aufzugehen. Gemeinsam mit Ihrem Mann Ludger teilt sich Dunja Weiligmann die tägliche Kontrolle ihrer Ziegenherde am Canyon. Im trockenen Sommer 2018 ist die Beweidung der Flächen auch für die Ziegen eine besondere Herausforderung. Es musste teilweise mit Heu zugefüttert werden. Das ist eher eine Ausnahme. Saisonende ist im Herbst. Den Winter verbringen die Tiere im Ziegenstall auf dem Hof Weiligmann im Schollbruch. Da werden dann auch die Zickleins gebohren. Im April geht es dann wieder auf die Weide am Canyon.

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